Coaching für Mediziner

Betriebliche Gesundehitsförderung vs. Betriebliches Gesundheitsmanagement

Lesezeit: 4 Minuten
Die Begriffe Betriebliche Gesundheitsförderung und Betriebliches Gesundheitsmanagement sind zur Zeit in aller Munde. Oftmals wird allerdings nur der BGM-Begriff verwendet. Was hat es mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung auf sich – meinen beide Begriffe dasselbe oder gibt es Unterschiede?

Betriebliche Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung verfolgt das Ziel, die Gesundheit und das Wohlbefinden von Beschäftigten an deren Arbeitsplatz zu verbessern. Dabei steht die Stärkung der persönlichen Kompetenzen und Bewältigungsstrategien im Vordergrund sowie die Förderung der Beteiligung, also der Partizipation, von Beschäftigten. Adressiert wird vor allem das Individuum und dessen Gesundheitszustand.

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Vergleicht man die Betriebliche Gesundheitsförderung mit Betrieblichem Gesundheitsmanagement fällt auf, dass es beim BGM eher um die Arbeitsorganisation und -struktur geht. Managementprozesse werden bestenfalls dahingehend optimiert, dass die Gesundheit und das Wohlbefinden der Beschäftigten positiv beeinflusst wird. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement richtet sich somit weniger direkt an das Individuum. „Unter Betrieblichem Gesundheitsmanagement verstehen wir die Entwicklung betrieblicher Strukturen und Prozesse, die die gesundheitsförderliche Gestaltung von Arbeit und Organisation und die Befähigung zum gesundheitsfördernden Verhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Ziel haben.“ (Badura/Walter/Hehlmann, 2010)

Die Verbindung beider Begriffe

Die Betriebliche Gesundheitsförderung stellt eine der drei Säulen des BGMs dar – bei den anderen beiden Säulen handelt es sich um den Arbeits- und Gesundheitsschutz und das Betriebliche Wiedereingliederungsmanagement. Die beiden letzteren Säulen sind für Arbeitgeber:innen gesetzlich verpflichtend geregelt. Die Betriebliche Gesundheitsförderung dagegen stellt eine freiwillige Leistung des Arbeitgebenden dar. Das, obwohl die Betriebliche Gesundheitsförderung immense positive Wirkungen für die gesamte Organisation und die einzelnen Mitarbeiter:innen mit sich bringen kann. An dieser Stelle wird vielleicht klar, dass wir, wenn wir von Betrieblichem Gesundheitsmanagement sprechen, häufig eigentlich die Betriebliche Gesundheitsförderung meinen. Oftmals sprechen wir von konkreten Maßnahmen, welche die Mitarbeitenden direkt ansprechen - diese sind klar der Betrieblichen Gesundheitsförderung zuzusprechen. Auch wenn wir von Coaching sprechen, gehört dies zur Gesundheitsförderung, da das Individuum angesprochen wird und dabei die Struktur des Unternehmens erstmal unberührt bleibt. Eine Ausnahme geschieht dann, wenn wir vom Führungskräftecoaching sprechen. Hier geht es auch um den Umgang mit Mitarbeitenden, was die Struktur eines Unternehmens und die allgemeine Arbeitsorganisation verändern kann. Zu diesem Thema wird ein ausführlicherer Blogbeitrag folgen. Klar wurde hoffentlich, dass beide Phänomene positive Auswirkungen mit sich bringen können. Im folgenden wird auf die positiven Auswirkungen von Betrieblicher Gesundheitsförderung eingegangen. 

Positive Wirkungen von Betrieblicher Gesundheitsförderung

Betriebliche Gesundheitsförderung bringt sowohl für Arbeitgeber:innen als auch Arbeitnehmer:innen viele positive Auswirkungen mit sich.

Positive Wirkung auf Arbeitgeber:innen

Arbeitgeber:innen können in der Regel nach einiger Zeit beispielsweise eine Steigerung der Produktivität erkennen oder eine konzentriertere Arbeitsweise. Außerdem vermag die Etablierung eines Betrieblichen Gesundheitsmanagements, welche eine Weiterentwicklung der Betrieblichen Gesundheitsförderung mit sich bringt, auch immer eine Aufwertung des Images eines Unternehmens. Unternehmen, welche aktiv etwas für das Wohlbefinden und die Gesundheit der eigenen Mitarbeitenden macht, steigert automatisch die Wettbewerbsfähigkeit mit anderen ähnlichen Unternehmen. Außerdem profitiert eine Organisation von einer positiven Stimmungslage unter den Beschäftigten. Gibt das Unternehmen etwas an seine Beschäftigten zurück, so wird auch die Wertschätzung unter diesen positiv beeinflusst – ein insgesamt positiveres Arbeitsklima kann entstehen.

Positive Wirkung auf Arbeitnehmer:innen

Auch Arbeitnehmer:innen profitieren von Betreiblicher Gesundheitsförderung. Die Hauptadressaten von Betrieblicher Gesundheitsförderung sollen natürlich Arbeitnehmer:innen sein. Hier kann eine Verringerung der mentalen sowie physischen Belastung eine langfristige Folge von Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung sein. Die Steigerung des Wohlbefindens und vielleicht auch des Spaßes an der Arbeit können hiermit einhergehen. Ein zwangsläufig positiveres Arbeitsklima erhöht natürlich die Zufriedenheit unter Beschäftigen. Es wirkt vor allem deshalb auch auf die mentale Gesundheit positiv. Natürlich geht mit einer Verringerung der Arbeitsbelastung auch eine Zunahme der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit einher. Hier sollte allerdings klar sein, dass Vorgesetzte Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung nicht dafür nutzen sollten, um den Beschäftigten mehr Arbeit aufbürden zu können! Ist dies der Fall, kann es schnell wieder zu einem Abwärtstrend kommen und Vorgesetzte verspielen sich in der Regel das Vertrauen der Beschäftigten. Die positiven Effekte sollten eher auf beiden Seiten wahrgenommen und wertgeschätzt werden.

Fazit

Die Etablierung von Betrieblicher Gesundheitsförderung kann sowohl für Arbeitnehmer:innen als auch Arbeitgeber:innen positive Effekte mit sich bringen. Betriebliche Gesundheitsförderung unterscheidet sich vom Betrieblichen Gesundheitsmanagement dahingehend, dass das Individuum im Vordergrund steht. Beides sollte allerdings Hand in Hand gehen. So machen einzelne Maßnahmen Betrieblicher Gesundheitsförderung keinen Sinn, wenn die Organisation an sich und die Arbeitsstruktur gesundheitsschädlich sind bzw. nicht zur Gesundheitsförderung beitragen. Andersherum sollte in einem Betrieblichen Gesundheitsmanagement auch das Individuum betrachtet werden – beide Ansätze ergänzen sich also im besten Fall. Finde deinen Coach Finde deinen Coach
Schlagwörter:
Teilen diesen Beitrag:
Share on facebook
Facebook
Share on twitter
Twitter
Share on linkedin
LinkedIn

INHALT

Vanessa Lippert

Vanessa Lippert

Empfohlene Beiträge